16. Mai 2013

Schönheitstipps aus den 50ern

Vor einiger Zeit habe ich mir, aus reiner Neugier, "Das praktische Haushaltsbuch" von Gertrud Oheim (1955) zugelegt und nun stöbere hin und wieder durch die Kapitel. 

Letztens stieß ich auf das Kosmetikkapitel, welches Tipps beinhaltet wie die Hausfrau zarte Hände, ein reines Gesicht und schönes glänzendes Haar bekommt. 
Günstig und gut ohne all zu großen Aufwand. 

Ob diese Tipps wirklich zum Einsatz gekommen sind, na ich weiß es nicht, aber ich habe beim Lesen bemerkt, dass noch heute einige dieser Tipps angewendet werden. 

So dachte ich mir, diese mit Euch zu teilen!
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Die Haarpflege

In Oheims Ratgeber heißt es, dass das Haar der schönste Schmuck der Frau sei und dennoch oft stumpf und glanzlos gesträhnt aussieht. 
Sie empfiehlt das Haar täglich 2 x 5 Minuten zu kämmen. Natürlich nur mit einer sauberen und nicht zu weichen Bürste.
Um das Haar effektiv zu reinigen und alle Fettrückstände zu beseitigen soll ein Schuss Essig oder Zitronensaft ins Wasser gegeben werden. 
Ist das Haar zu spröde hilft eine Ölkur, die ab und zu in die Haare einmassiert wird.
Die Ölkur wird auch für Augenbrauen und Wimpern empfohlen. 
Haarwäsche nur alle 3-4 Wochen. 

Eine Haarwäsche, die nur alle 3-4 Wochen wiederholt wird ist für mich definitiv nichts, aber man muss bedenken, dass diese Maßnahme auch aus einem finanziellen Aspekt in den 50er Jahren geschah. Normalerweise gab es immer den wöchentlichen Badetag um seinen Körper "vollständig" zu reinigen. 
Um so besser, dass Oheim, der Hausfrau noch zusätzlich ein paar Tipps gab um immer top gepflegt auszusehen.
Die Bürste kann laut Oheim auch mit der Wasser/Essig/Zitronen Mischung gesäubert werden.

Übringends: Der Zitronensaft wirkt nicht nur reinigend sondern verleiht dem Haar auch einen schönen Glanz und ist somit auch öfters ein großer Bestandteil in heutigen Drogeriehaarkuren. 
Aber Vorsicht! Zu starker Konsum führt zu stark ausgetrockneten Haaren und macht sie wieder spröde und kaputt. Sollte also mit Zitronensaft experimentiert wenden, dann nur stark verdünnt.
Zu dem wirkt Zitrone aufhellend. Wer also ein paar Nuancen heller sein möchte...
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Die Gesichtspflege

Es heißt, dass eine gepflegte Frau weiß, dass Wasser und Seife allein die Haut nicht strahlen lassen.
Da die Haut individuelle Pflege braucht und diese oft aufwendig sein kann gibt Oheim diverse Tipps die neben dem Kochen, Waschen und Bügeln praktiziert werden können. 
Morgens sollte Frau nach der Gesichtswäsche ihre Haut mit einer pflegenden Creme einreiben um sie während der Hausarbeit vor Schmutz zu schützen. Der Cremefilm wird nach erledigter Arbeit abgenommen.
Milch, Gurkensaft oder Tomatensaft kann genauso während der Arbeit dazu verwendet werden das Hautbild zu klären und strahlen zu lassen. Der Saft soll laut Oheim großzügig auf das Gesicht gegeben werden. Wenn er trocken ist wird er abgewaschen. 
Das Ganze soll 2-3x in der Woche geschehen.
1-2x die Woche sollte Frau ihr Gesicht zusätzlich mit einem Dampfbad reinigen und danach eincremen. Kamille oder Eukalyptus dienen als Zusatz.

Für die Damen, die mit Zeit und Geld beschenkt wurden gibt Oheim den Tipp eine Gesichtsmaske zu verwenden aus Eigelb, Karottensaft und Öl. 

Abends soll Frau ihr Gesicht mit einer fettfreien Creme leicht einreiben.

Auch heute gilt Gurkensaft als Wundermittel bei unreiner Haut und das Milch zarte sowie geschmeidige Haut macht ist schon  zu Kleopatras Zeiten bekannt gewesen.
Nachtcremes gibt es zu unzähligen in der Drogerie und Frau weiß, dass abends/nachts die Haut besondere Pflege zur Unterstützung der Regeneration braucht.
Genau wie die Dampfbäder. Jede Kosmetikerin benutzt diese um die Haut auf eine nachfolgende Pflege vorzubereiten und die Poren zu öffnen...
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Die Hand- und Fußpflege

Die Hände müssen während der Hausarbeit immer geschützt sein. Entweder durch Handschuhe oder Fettcremes, die das Eindringen von Schmutz verhindern. Brüchgie Fingernägel sollen regelmäßig gefettet werden und nur gefeilt werden. Die Nagelschere ist hier ein Tabu! Die Nagel Haut wird nach dem Händewaschen sanft mit dem Handtuch zurückgeschoben. 
Sollte die Haut rissig und rau sein hilft ausgiebiges Abtrocknen nach jedem Handgriff mit Wasser und anschließendem Einreiben mit einer fetthaltigen Creme und Zitronensaft.

Zur Fußpflege gehört die tägliche Reinigung sowie der Umgang mit dem Bimstein. Genau wie bei den Händen sollen auch die Füße regelmäßig gecremt werden.

Wie man sehen kann hat sich nicht wirklich viel geändert zum heutigen Pflegeverhalten der weiblichen Haut.
Was mir noch einfiel: Meine Oma verwendete immer Eiweiß für eine Gesichtsmaske und hatte sie so lange auf dem Gesicht bis das Eiweiß komplett getrocknet war. Was das genau bringen soll? Sie weiß es selber nicht, aber es war ein Tipp ihrer Freundin.

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